Vierzehn Blaskapellen spielen beim Sternmarsch in Röthenbach
Vierzehn Blaskapellen spielen beim Sternmarsch in Röthenbach
Ein Sternmarsch mit 14 Blaskapellen krönt das Jubiläumsfest der Blaskapelle Reuth. Mit emotionalen Dirigaten und einem musikalischen Gemeinschaftschor wird die Veranstaltung in Röthenbach zum unvergesslichen Erlebnis.
Den Höhepunkt des zweitägigen Festes zum 50-jährigen Bestehen der Blaskapelle Reuth bildete am frühen Sonntagnachmittag ein Sternmarsch mit 14 Blaskapellen und der anschließende Gemeinschaftschor in der Dorfmitte von Röthenbach. Trotz der heißen Sommertemperaturen waren viele Zuschauer in die kleine Ortschaft gekommen, um dieses Highlight live mitzuerleben. Doch nicht nur die Zuschauer hatten mit der Hitze zu kämpfen, vor allem auch die Musiker und Musikerinnen. Denn bei diesem Wetter Blasmusik zu spielen, erfordert viel Kondition und Ausdauer. Darum war auch Wasser das wichtigste Getränk an diesem Nachmittag. "Wenn ich gewusst hätte, wie gut das Wasser schmeckt, hätte ich gestern kein Bier getrunken", sagte einer der Musiker.
Bürgermeister Werner Prucker, der als Schirmherr dieses Festes fungierte, stellte beim Sternmarsch die einzelnen Musikkapellen vor. Den Auftakt machten die "Grenzlandbuam" aus Bärnau mit dem Marsch "Ins Land hinaus", ehe die "Neuhauser Boum" mit "San Angelo" und anschließend die "Steinwaldmusikanten" aus Pullenreuth folgten.
Der Landrat spielt Tuba
Bei der Bauernkapelle Münchenreuth spielte auch der amtierende Landrat Hubert Schicker mit der Tuba mit. Nach den Musikvereinen aus Waidhaus und Ernestgrün folgten zwei Jugendblaskapellen aus Kemnath und Parkstein. Die Blaskapelle Konnersreuth mit Kreisdirigentin Laura Dietl spielte den "Juventas-Marsch", ehe die Stadtkapellen aus Waldsassen und Kemnath sowie die Blaskapelle Falkenberg folgten. Für Aufsehen sorgte dann der farbenprächtige Erbendorfer Spielmannszug, ehe die "Hausherren", die Blaskapelle Reuth, als letzte Kapelle mit dem "Erzherzog-Albrecht-Marsch" in die Ortsmitte von Röthenbach einzog.
Taktstock abgelegt
Nach der Aufstellung zum Gemeinschaftschor dirigierte Gabriel Schieder von der Reuther Blaskapelle den Kultsong "Ein Leben lang" von den Fäaschtbänklern, ehe der "Stiftländer Alphornwahnsinn" unter der Leitung von Markus Werner den "Triumphmarsch" aus der Oper Aida zum Besten gab. Spektakulär war der folgende Pop-Hit "Don't Stop Believin', der sich auch mit Blasmusik "scharf" anhörte. Dirigiert wurde dieser Song von Kreisdirigentin Laura Dietl.
Emotional wurde es dann, als der langjährige Dirigent der Reuther Blaskapelle, Peter F. Dotzauer, mit sehr viel Temperament und Ausdrucksstärke den "Mars de Medici" dirigierte. Nach diesem Dirigat legte er endgültig den Taktstock ab. Mit der Bayern-Hymne, dirigiert von Landrat Hubert Schicker, und dem Deutschlandlied, dirigiert vom Bezirksvorsitzenden Gerhard Engel, endete das Blasmusik-Spektakel in der Ortsmitte von Röthenbach. Der abschließende "Musikantengruß" - dabei heben alle ihre Instrumente in die Höhe - war dann das I-Tüpfelchen dieses Open-Air-Konzerts.
Festzug in die Festhalle
Angeführt von der Reuther Blaskapelle zogen dann alle in einem kleinen Festzug von Röthenbach in die Festhalle im benachbarten Escheldorf. Schicker bezeichnete den Sternmarsch als etwas ganz Besonderes: "Wer hier bei diesem Anblick keine Gänsehaut bekommt, der hat sein Gefühl zuhause gelassen." Bezirksvorsitzender Gerhard Engel zeigte sich über dieses Kreismusikfest begeistert: "Musikkapellen aus zwei Landkreisen bilden hier einen tollen Rahmen." Zugleich dankte er allen, die bei der Reuther Blaskapelle in den vergangenen Jahren Verantwortung übernahmen: "So, dass dieser stattliche Baum entstanden ist." Kreisvorsitzender Johannes Dötterl-Franz zeigte sich überzeugt: "Musik verbindet. Musik bildet Gemeinschaft", und dankte zugleich allen Blaskapellen für ihre Nachwuchsarbeit. Vor dem Sternmarsch und dem Gemeinschaftschor gaben die einzelnen Blaskapellen an ihrem jeweiligen Standort schon kleinere Standkonzerte.
In der Festhalle in Escheldorf spielte anschließend die "Hochdruck-Böhmische" auf, ehe am Abend dann die Kapelle "Dezent Böhmisch" aus Zeitlarn für Stimmung in der Festhalle sorgte.